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Freizeit und Erholung / Wanderwege/Tourismusrouten

5.2.2.1.  Die Halle-Störung

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  Zu den das Hallesche Stadtbild beherrschenden Strukturen des geologischen Untergrundes gehört die Halle-Störung. Die Verwerfung wurde früher "Hallesche Marktplatzverwerfung" bezeichnet, weil sie unter dem Marktplatz verläuft. Sie quert im Untergrund den Marktplatz zwischen Rathaus, Händeldenkmal und Marienkirche - eine für eine Großstadt in Deutschland einmalige Situation.

Die Halle-Störung ist Bestandteil eines Systems Südost-Nordwest gerichteter Verwerfungen. Diese Störungen verursachten in Mitteldeutschland ein Mosaik von herausgehobenen und abgesunkenen Schollen. Im späteren Halleschen Stadtgebiet begann sich am Ende der Kreidezeit , d. h. vor mehr als 65 Millionen Jahren, die Erdkruste an einer dieser Verwerfungen aufzuspalten. Eine Hochscholle hob sich um mehrere hundert Meter gegenüber einer Tiefscholle heraus. Die an die Verwerfung grenzenden Gesteinsschichten zerbrachen in einem ebenfalls mehrere hundert Meter breiten Streifen. Teile dieser Schichten wurden aus ihrer ursprünglich horizontalen Lage aufgerichtet. Diese Vorgänge erfolgten nicht plötzlich, sondern ruckartige Bewegungen erstreckten sich über einen Zeitraum von 30 Millionen Jahren. Sie verursachten vermutlich zahlreiche Erdbeben, von denen aber heute keine Gefahren mehr ausgehen.

Die Widerständigkeit gegenüber der Abtragung bewirkt das unterschiedliche morphologische Relief im Stadtgebiet. Die harten vulkanischen Porphyre des Rotliegenden flankieren als Kuppen und Hügel das Saaletal. Die Senke im Stadtzentrum ist die Folge der unterirdischen Auslaugung der an der Halle-Störung aufgestiegenen Zechstein-Salze. Der Anstieg nach Süden führt hinauf zum flachlagernden Unteren und Mittleren Buntsandstein der Merseburger Platte. Jenseits der Saale sind Oberer Buntsandstein und Muschelkalk der Nietlebener Mulde verbreitet. Der Einfluss der Halle-Störung unterteilt den Untergrund der Stadt in drei morphologisch deutlich unterschiedene Bereiche.

Es sind dies:

(1) Die Hochscholle mit dem Halleschen Vulkanitgebiet, welches durch die Porphyrkuppen-Landschaft im Norden der Stadt gekennzeichnet wird. Hierzu zählen u. a rechts der Saale: die Porphyrverbreitungsgebiete Steinmühle, Heinrich-Heine-Felsen, Rive-Ufer, Burg Giebichenstein, Klausberge, Franzigmark und die nach Nordosten sich anschließende Hochfläche mit Galgenberg und Hasenberg (Paulus-Kirche). In der Kernstadt gehören zur Hochscholle das Hochufer der Saale entlang Neuwerk mit Botanischem Garten, Robert-Franz-Ring mit Moritzburg, Residenz und Dom sowie die nördliche Altstadt mit Moritzburgring, Universitätsring, Opernhaus und Joliot-Curie-Platz. Links der Saale gehören dazu: Heide–Süd, Peißnitz, Amselgrund, Ochsenberg, Kröllwitzer Höhen, Brandberge, Heide-Nord, Lettin, Dölau-Nord und die Roitschmark bei Neuragoczi.
(2) Die Störungszone mit der sich Ost-West erstreckenden zentralen Zechstein-Subrosionssenke umgrenzt von Hansering, Leipziger Turm, Waisenhausring, Moritzzwinger und Hallorenring im südlichen Altstadtbereich. In der südlichen Kernstadt zeigt sich die Senke durch den nach Westen und Norden gerichteten Geländeabfall im Gebiet von Voßstraße, Franckesche Stiftungen, Steinweg, Zwinger-, Lerchenfeld- und Glauchaer Straße. Der Störungsverlauf wird in etwa markiert durch den Verlauf von Leipziger Straße, Markt, Hallmarkt, Talamtstraße, Gr. Klausstraße und Tuchrähmen.
(3) Die Tiefscholle mit der weiten Hochfläche der südlichen Kernstadt und den im Süden (Ammendorf, Silberhöhe, Südstadt, Wörmlitz, Böllberg) und im Westen (Halle-Neustadt, Nietleben) gelegenen Stadtteilen und Siedlungen.

Unbeeinflusst von der Halle-Störung sind die Braunkohlen führenden tertiären Senken, die sich von der Frohen Zukunft bis nach Ammendorf und von Neuragoczy bis nach Halle-Neustadt erstrecken und die alle älteren Gesteine überlagernden Sedimente der Elster-, Saale- und Weichseleiszeit.


Quelle: Landesamt für Geologie und Bergwesen

letzte Änderung: 29.10.2014

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