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Natur- und Landschaftsschutz

4.10.  Lichtung (Blöße)

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  Einen Holzboden innerhalb des Waldes, auf dem vorübergehend keine Bäume stehen, nennt man in der Forstwirtschaft Blöße. Dieser ist Bestandteil des Waldes. Eine Blöße kann natürlich entstehen oder von Menschen erzeugt werden. Natürliche Ursachen können zum Beispiel Stürme, Feuer, Krankheiten oder anderweitige Schädigungen sein. Andere Ursachen sind Kahlschlag, Umweltkatastrophen oder Brandstiftung.

Manchmal ist es sinnvoll, eine Blöße stehen zu lassen, da sie zusätzliche Strukturelemente schaffen und lichtliebenden Pflanzen einen Lebensraum geben. Außerdem bieten sie Äsungsflächen für Wild. So wird gleichzeitig der Artenreichtum eines Waldes erhöht.

Soll auf Grund ökologisch wertvoller Vorkommen oder nutzungsbedingter Notwendigkeit eine Lichtung erhalten werden, so muss man sie pflegen. Der natürliche Entwicklungszyklus würde sonst durch die am Rand der Lichtung stehenden Bäume wieder einen Wald entstehen lassen.

Im NATURA 2000-Schutzgebiet Dölauer Heide sind einige Blößen durch verschiedene Ursachen entstanden. Die Bischofswiese ist ein Hügelplateau, das durch frühzeitliche Besiedlung meist frei von Bäumen lag. Später wurde diese von Menschen geschaffene Fläche durch Pflege erhalten. Weitere Blößen hinterließ der verheerende Sturm, der im Juli 2015 durch den Norden von Halle (Saale) tobte. Fast acht Hektar Schadensflächen entstanden, von denen mehr als die Hälfte kurzfristig wieder aufgeforstet werden sollen. Dabei ist der festgestellte Lebensraumtyp Eiche zu fördern und zu erhalten.

Mit der gezielten flächenmäßigen Pflanzung von 34.500 Eichen auf 4,5 Hektar werden nicht nur die Sturmschäden beseitigt. Vielmehr werden die großflächigen Lücken genutzt, um den Eichenbestand im Vergleich zum Ausgangsbestand deutlich zu erweitern und den Artenreichtum in der Dölauer Heide im Sinne der Ziele von NATURA 2000 mittel- bis langfristig zu verbessern.


letzte Änderung: 10.4.2017

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