TextteilZurück  
 
   Startseite   Textteil-Start   Grafik-Start
    Suche:    
 

Natur- und Landschaftsschutz

4.9.  Waldkataster

Grafik

  Das Landeswaldgesetz des Landes Sachsen-Anhalt definiert als Wald jede mit Waldbäumen bestockte Grundfläche. Im Regelfall soll die Grundfläche eine Größe von 0,2 ha übersteigen. Zum Wald gehören auch Lichtungen und Blößen am und im Wald, Waldwege, Waldwiesen, im Wald liegende Leitungsschneisen sowie andere Flächen die dem Wald dienen.

Funktionen des Waldes

Der Wald ist Lebensraum einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten. Er hat einen großen Anteil am Erhalt des Naturhaushaltes im Allgemeinen und speziell in Halle an der Verbesserung des lokalen Stadtklimas. Viele Einwohner der Stadt nutzen die schnell erreichbaren Waldgebiete zur Erholung und für sportliche Aktivitäten. Der stadtnahe Wald ermöglicht auch unseren Kindern den Einblick in wichtige Kenntnisse und Zusammenhänge im Umweltbereich. Bei Erkundungen in der Dölauer Heide kann man sogar einiges zur Geschichte unserer Region erfahren.
Der Wald dient auch der Holzgewinnung. Ob zur Verwendung als Bau-, Möbel- oder Brennholz, auch zu diesem Zweck wurden und werden Wälder angelegt und erhalten. Etwa zwei Drittel des eingeschlagenen Rohholzes in Deutschland werden stofflich genutzt, z.B. für Bauholz, Möbel, Zellstoff oder Papier. Ein Drittel des Holzes wird zur energetischen Nutzung verwendet. Allerdings ist diese Art der Nutzung in Halle nur von untergeordneter Bedeutung. Forstliche Maßnahmen in den Waldgebieten der Stadt dienen eher dem Erhalt und der Pflege des Waldes.

Der Wald der Stadt Halle (Saale)

Historisch betrachtet, dürfte vor der Besiedelung der Menschen der größte Teil des Gebietes der Stadt Halle bewaldet gewesen sein. Viele der heutigen Waldgebiete der Stadt sind aber keine Restflächen einer durchgehenden Bestockung mit Wald, sondern sind nach zwischenzeitlichen Nutzungen, meist Bergbau oder Landwirtschaft, nach der Beendigung der Nutzung von selbst wieder entstanden oder durch Aufforstungen angelegt worden.

Infolge der Lage der Stadt inmitten sehr fruchtbarer Böden ist der Waldanteil unseres näheren und weiteren Umlandes relativ gering. Der Wald in der Stadt Halle (Saale) bedeckt etwa 1840 Hektar der gesamten Grundfläche der Stadt. Somit sind etwa 14 Prozent der Stadtfläche mit Wald bedeckt. Der Anteil der Waldfläche ist in den letzten Jahren durch einige Aufforstungsmaßnahmen gestiegen. Diese erfolgten meist im Zusammenhang mit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Infrastrukturmaßnahmen.
Im Bundesdurchschnitt sind etwa 32 Prozent der Oberfläche mit Wald bestockt, in Sachsen Anhalt sind es etwa 26 Prozent.

Teile des Waldes im Stadtgebiet sind nicht nur durch das Landeswaldgesetz, sondern zusätzlich durch weitere Gesetze und Verordnungen unter Schutz gestellt. Dazu zählen Ausweisungen von Waldflächen als Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile oder als Flora-Fauna Habitate der Europäischen Union. Insgesamt betrifft das etwa 1400 Hektar, also 75 Prozent der halleschen Waldfläche.

Vorstellung einiger Waldgebiete der Stadt

Im Nordwesten befindet sich die Dölauer Heide, das größte, geschlossene Waldgebiet der Stadt. Schon 1952 wurde der größte Teil der etwa 740 Hektar großen Waldfläche zum Landschaftsschutzgebiet (LSG) erklärt. 722 Hektar der Dölauer Heide liegen im Stadtgebiet von Halle. Bis auf wenige Flächen ist hier die Stadt Halle auch Eigentümerin des Waldes. Die Landschaftsgestalt einiger Teile der Heide wurde maßgeblich durch Bergbautätigkeit zur Kohlegewinnung verändert. Nach Beendigung des Bergbaus wurden diese Flächen mit Kiefern und teilweise mit Eichen und Buchen aufgeforstet. Andere Teile der Heide werden durch bewaldete Porphyrkuppen oder auch eiszeitlichen Strukturen geprägt. Zu den eiszeitlichen Strukturen gehört eine kleine Endmoräne der Saalekaltzeit. Diese Endmoräne bildet den Höhenzug vom Kellerberg über die Bischofswiese, dem Schwarzen Berg bis zum Sandberg am Heidesee. Ablaufendes Regenwasser haben in den sandigen Ablagerungen tiefe Erosionsrinnen hinterlassen. Die bekannteste davon ist die als Weg genutzte Wolfschlucht. Durch einige kleinere Aufforstungen am Rande der Dölauer Heide hat sich die Fläche des Waldgebietes in den letzten Jahren leicht vergrößert.

Im Norden von Halle entdeckt man nur kleinere Waldflächen. Dazu zählen der Gutspark von Seeben, Flächen am Hoppberg und das Naturschutzgebiet Forstwerder.
Im Nordosten gibt es Waldgebiete an den Posthornteichen, am Goldberg und das durch eine Ausgleichsmaßnahme neu entstandene Waldgebiet an der Autobahnanschlussstelle Oppin.

Das 15 Hektar große Waldgebiet an der Nordspitze Peißnitz wird von der Saale und der Wilden Saale umflossen. Dieser Hartholzauenwald (davon sind 12,3 ha Naturschutzgebiet) erfreut sich vor allem wegen seiner zentralen Lage innerhalb der Stadt großer Beliebtheit bei zahlreichen Bürgern und Besuchern der Stadt. Neben anderen Baumarten findet man in diesem Gebiet auch etwa 200 - 300 Jahre alte Eichen. In zentraler Stadtlage ist noch Wald am Kleinen Brandberg, am Amselgrund, an den Klausbergen, am Galgenberg und auf den Pulverweiden anzutreffen.
Zwischen den Stadtteilen Gesundbrunnen und der Südlichen Neustadt befindet sich das Naturschutzgebiet Rabeninsel und Saaleaue bei Böllberg. Kernstück des geschützten Gebietes ist die Rabeninsel. Deren Waldbereiche von etwa 38 ha sind die wertvollsten Auenwälder der Saalestadt. In diesem Hartholzauenwald findet man ebenfalls 200 - 300 Jahre alte Stieleichen.

An der Dieselstraße und am Hufeisensee im Osten der Stadt befinden sich noch junge Waldgebiete, die sich auf Altbergbaustandorten befinden.
Ebenfalls Altbergbaustandorte sind die Waldflächen am westlichen Ende von Halle am Steinbruchsee und am Friedhofsteich.
Die größten Waldflächen auf Bergbaufolgelandschaften gibt es im Südosten der Stadt. Dazu gehören die Haldengehölze bei Kanena und das östlich vom Stadtteil Radewell gelegene Gehölz auf den Hochkippen des ehemaligen Tagebaus Von der Heydt. Die Tagebaurestlöcher zwischen Radewell und Bruckdorf, zum Beispiel das „Blaue Auge“ oder der Osendorfer See sind weitgehend von Waldflächen umschlossen. Diese Flächen sind meist durch Sukzession entstanden und sind nach der Dölauer Heide mit insgesamt etwa 300 Hektar die größten zusammenhängenden Waldflächen der Stadt Halle (Saale).

Im Süden der Stadt befinden sich im Bereich der Wiesen in der Saale-Elster-Aue und rund um den Ortsteil Planena neben den größeren Auenwäldern am Pfingstanger kleine, inselartige Waldgebiete. Südlich des Ortsteiles Burgholz erstreckt sich das namensgebende Waldgebiet mit 28 Hektar.
Zum Wald zählen auch einige Flächen in Parkanlagen der Stadt zum Beispiel im Südpark, im Park an der Saline und im Sagisdorfer Park.



weitere Informationen: www.bundeswaldinventur.de/

Quelle: Waldbericht der Bundesregierung 2017; Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

letzte Änderung: 16.11.2017

top
 
 
 
 
Umweltatlas Halle (Saale) v2.0
 
© 2002-2016 by Stadt Halle ::: GIS+ by IT-Consult Halle GmbH