TextteilZurück  
 
   Startseite   Textteil-Start   Grafik-Start
    Suche:    
 

Natur- und Landschaftsschutz

4.7.  Feldblockdaten/Cross Compliance

  Landwirtschaftlich genutzte Flächen werden auch im Bundesland Sachsen-Anhalt in Feldblöcke unterteilt. Der Begriff Feldblock beschreibt eine zusammenhängende landwirtschaftliche Nutzfläche, die von signifikanten natürlichen oder urbanen Objekten begrenzt wird. Solche Grenzmarken können beispielsweise Wälder, Gewässer, Straßen oder Gebäude darstellen. Aufgrund der unterschiedlichen Größe kann ein Feldblock von einem oder mehreren Landwirten bewirtschaftet werden. Bundeseinheitlich besitzt jeder Feldblock einen 16-stelligen Flächenidentifikator (FLIK). Dies ermöglicht das Erfassen der Feldblöcke in einem landwirtschaftlichen Flächenkataster, welches im Zuge der EU-Agrarreform in den Jahren 2005 bis 2006 zur besseren Flächenidentifizierung eingeführt wurde.

Die Datensätze der in Sachsen-Anhalt liegenden Feldblöcke werden vom Land Sachsen-Anhalt digital erfasst und unter dieser Adresse veröffentlicht. Aus diesem Grund wird auf eine digitale Darstellung im Umweltatlas verzichtet.

Durch die Kenntnis der Feldblockdaten wird es für die Mitarbeiter der unteren Behörde einfacher möglich, ihre umweltrechtlichen Kontrollaufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Besonders im Bereich des Naturschutzes spielen die Feldblockdaten eine wichtige Rolle, da sich die Feldblöcke teilweise innerhalb von Schutzgebieten befinden oder direkt an diese angrenzen. Für die Bewirtschaftung solcher Bereiche gibt es in der Regel besondere Vorschriften und Auflagen im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen.
Diese gehen meist über die Verpflichtungen im Zusammenhang von "Cross Compliance" hinaus. Mit dem Begriff "Cross Compliance" (frei übersetzt so viel wie "Anderweitige Verpflichtung") wird ein Kontrollverfahren für die Prämienzahlungen der Europäischen Union an landwirtschaftliche Betriebe bezeichnet. Als Ausgleich für den Erhalt der Prämienzahlung müssen Landwirte seit dem 1. Januar 2005 bestimmte Verpflichtungen einhalten, um in den Genuss dieser Prämienzahlungen (Beihilfen) zu kommen.

Bei diesen Verpflichtungen handelt es sich im Allgemeinen um

- die Einhaltung von Grundanforderungen an die Betriebsführung in den Bereichen Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanzen sowie Umwelt- und Tierschutz,
- die Erhaltung eines guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustands der Flächen und
- die Erhaltung des Dauergrünlandes.

Die Wahrung der eingegangenen Verpflichtungen wird durch systematische und anlassbezogene Vor-Ort-Kontrollen überwacht. Werden einige oder alle festgelegten Verpflichtungen nicht erfüllt, erfolgt eine Sanktionierung. Die festgestellten Verstöße werden in die Kategorien leicht, mittel oder schwer eingestuft. Je nach Schwere, Ausmaß, Dauer oder Häufigkeit der Verstöße kann es dann zu Kürzungen der Beihilfezahlungen bis zu 100 Prozent für ein oder mehrere Kalenderjahre kommen.

Die Umsetzung von Cross Compliance erfolgt in Sachsen-Anhalt auf drei Ebenen: Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt ist die Zahlstelle. Koordinierende Stelle ist das Landesverwaltungsamt. Kontrollbehörden sind, je nach sachbezogener Zuständigkeit, die Ämter für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten sowie die Landkreise und kreisfreien Städte.


Quelle: Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau

letzte Änderung: 5.4.2017

top
 
 
 
 
Umweltatlas Halle (Saale) v2.0
 
© 2002-2016 by Stadt Halle ::: GIS+ by IT-Consult Halle GmbH