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Natur- und Landschaftsschutz / Landschaftsrahmenplan Teilfortschreibung

4.2.5.  Gutachterliche Neubewertung des Biotopverbundes

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  Hinweis: Der Landschaftsrahmenplan im Land Sachsen-Anhalt ist anders als in manchen anderen Bundesländern kein in einem Beteiligungs- und Abwägungsverfahren abgestimmter verbindlicher Plan, sondern als beratender Fachplan zu verstehen. Die im LRP dargelegten Maßnahmen und Anforderungen sollen bei der Erarbeitung von Satzungen, Verordnungen und anderen Planungen berücksichtigt werden. Er ist eine unverbindliche Arbeitsgrundlage der Unteren Naturschutzbehörde.

Nach der Darstellung des vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt veröffentlichten ÖVS wurden für den vorliegenden Landschaftsrahmenplan in einem zweiten Schritt eine Plausibilitätsprüfung der vorliegenden Daten sowie ggf. eine geringfügige gutachterliche Anpassung an die aktuellen Biotop- und Nutzungsverhältnisse vorgenommen. Zudem erfolgte in einzelnen Fällen eine Neubewertung der Bedeutsamkeiten innerhalb des Biotopverbundsystems. Es wird nunmehr unterschieden zwischen:
• Kernflächen des Biotopverbunds (alle Kernflächen sind überregional bedeutsam)
• regional oder lokal bedeutsame Verbindungsflächen und Verbundelemente des Biotopverbunds (mit unterschiedlich hohem Entwicklungspotenzial und Maßnahmebedarf).

Die gesamte Flächenkulisse der Biotopverbundflächen bleibt mit 4.594 ha gegenüber dem ÖVS weitgehend unverändert. Es ändert sich nach gutachterlicher Anpassung allerdings die Relation zwischen Kern- und Entwicklungsflächen. Die Gesamtkulisse verteilt sich nun auf 3.684 ha Kernflächen (80 %) und 909 ha (20 %) weiteren Verbindungsflächen und Verbundelementen des Biotopverbunds. Diese deutliche Verschiebung des Verhältnisses zwischen Kernflächen und sonstigen Verbundflächen ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die großflächigen Kernflächen innerhalb des ÖVS (z.B. Saaleaue, Dölauer Heide, Brandberge) nicht vollflächig als Kernflächen behandelt werden, sondern eine Vielzahl von Entwicklungsflächen beinhalten. Im Rahmen der gutachterlichen Überarbeitung wurde hingegen der Ansatz verfolgt, die überregional bedeutsamen Biotopverbundeinheiten weitgehend als großflächige, geschlossene Kerngebiete zu behandeln.

Die wesentlichen Kerngebiete und ihre Flächenanteile innerhalb des Biotopverbundsystems der Stadt Halle werden in der Tabelle 12 zusammengestellt.

Die Flussauen von Weißer Elster und Saale bilden auch in dieser Betrachtung die hauptsächliche Biotopverbundachse im Stadtgebiet. Die Saale-Elster-Aue, das Hallesche Saaletal und das Saaletal unterhalb Halle umfassen allein eine Gesamtfläche von 1.881 ha und damit mehr als 50 % der Kerngebiete des Biotopverbunds in Halle. Auf die hohe funktionale Bedeutung des Lebensraumverbundes entlang der Flussläufe von Saale und Weißer Elster wurde bereits in den vorangegangenen Abschnitten eingegangen. Mit den besonders wertvollen Auenwaldrelikten innerhalb des Stadtgebietes erlangt die Biotopverbundeinheit nicht nur eine überregionale/landesweite, sondern sogar länderübergreifende Bedeutung.

Das nächstgrößere Kerngebiet des Biotopverbunds ist die Dölauer Heide, mit über 700 ha das größte zusammenhängende Waldgebiet in der Stadt. Die Bergbaufolgelandschaft Halle-Ost, der Hufeisensee sowie die Reideniederung zwischen Kanena und Sagisdorf bilden einen großflächigen geschlossenen Lebensraumverbund im Ostteil des Stadtgebietes. Die Brandberge mit einem Komplex aus Porphyrkuppen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Kleingewässern, Röhrichten und Gehölzen sind eine besonders vielgestaltige und reich strukturierte Kernfläche und stellen gleichzeitig den Biotopverbund zwischen der Saaleaue im Nordosten und der Dölauer Heide im Südwesten her.

Die wichtigsten regional und lokal bedeutsamen Verbindungsflächen und Verbundelemente des Biotopverbundes werden in der Tabelle 11 zusammengestellt. Diese übernehmen zumindest teilweise bereits wichtige Verbundfunktionen, können jedoch hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Biotopverbund durch geeignete Maßnahmen noch deutlich verbessert oder langfristig auch zu Bestandteilen der Kerngebiete entwickelt werden. Beispielhaft werden in den Abb. 5 und Abb. 6 Verbindungsflächen mit einer besonders hohen Verbundfunktion zwischen den Kerngebieten „Dölauer Heide“ und „Hallesches Saaletal“ bzw. zwischen den Kerngebieten „Dölauer Heide“, „Brandberge“ und „Hallesches Saaletal“ dargestellt. Zwischen dem Südrand der Dölauer Heide bei Nietleben und dem Gimritzer Damm soll durch Erhalt der vorhandenen Biotopkomplexe und durch die gezielte Entwicklung eines Grüngürtels zwischen Nietleben und dem Gimritzer Damm ein funktionaler Verbund zum Saaletal hergestellt werden.

Eine ähnlich hohe Verbundfunktion kommt den Verbindungsflächen „Kröllwitz – Amselgrund“ sowie „Amselgrund und Kreuzer Teiche“ zu. Mit dem hier ausgebildeten besonders vielgestaltigen Biotopmosaik aus Gehölzstrukturen, Porphyrfelsen, Silikat-Magerrasen, Kleingewässern und Auengrünland ist ein funktionaler Verbund zwischen den drei großen Kerngebieten bereits weitgehend gegeben und muss erhalten bzw. weiter entwickelt werden.



weitere Informationen: www.halle.de/de/Verwaltung/Online-Angebote/Veroeffentlichungen/index.aspx?RecID=663

Quelle: RANA Büro für Ökologie und Naturschutz, Frank Meyer

letzte Änderung: 27.4.2016

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