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Natur- und Landschaftsschutz / Landschaftsrahmenplan (LRP) als einheitliches naturschutzfachliches Planwerk

4.1.8.  Karte 8 Fledermausfluggebiete der Stadt Halle (Saale)

Grafik

  Weltweit sind bisher 780 Fledermausarten bekannt. In Deutschland kommen davon insgesamt 22 Arten vor, die zu den Familien der Hufeisennasen und Glattnasen gehören. In der Saalestadt konnten die nachfolgend aufgeführten acht Arten nachgewiesen werden, die bis auf eine Art alle in der Roten Liste Sachsen-Anhalt aufgeführt sind.

ArtLateinischer Deutscher NameRL LSA
BreitflügelfledermausEpitesicus serotinus
MausohrMyotis myotis1
WasserfledermausMyotis daubentoni3
FransenfledermausMyotis natteri2
BartfledermausMyotis mystacinus2
Großer AbendseglerNyctalus noctula3
ZwergfledermausPipistrellus pipistrellus3
Braunes/Graues LangohrPlecotus auritus / austriacus3


Die einheimischen Fledermäuse sind sehr nützliche Insektenvertilger. Sie besitzen deshalb eine wichtige biologische und ökologische Bedeutung.
Durch den verstärkten Einsatz von Insektiziden und Bioziden in der Landwirtschaft und den Einsatz giftiger Holzschutzmittel beim Hausbau wurden in den 60er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts die Bestände der einheimischen Fledermäuse stark dezimiert. Seit Mitte der 80er Jahre sind erfreulicherweise eine Bestandsstabilität und teilweise sogar ein Bestandszuwachs zu verzeichnen.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundsartenschutz-Verordnung sind alle einheimischen Fledermausarten besonders geschützt, da alle stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Um jedoch einen wirksamen Schutz dieser Artengruppe zu gewährleisten, ist es erforderlich, neben der Nahrungsgrundlage die Sommer- und Winterquartiere zu schützen. Besonders wichtig ist es dabei, die einzelnen Quartiere zu kennen beziehungsweise zu finden. Als Winterquartiere dienen hauptsächlich frostfreie Keller, Bunker, Höhlen und Stollen, in denen sich die Tiere zwischen Anfang November und Anfang April aufhalten. Zu den Sommerquartieren im Siedlungsraum gehören Dachböden, Ställe, Roll- und Fensterläden sowie Scheunen.

In der Saalestadt sind die Fledermäuse in unterschiedlichen Lebensräumen anzutreffen. So sind in den Auenwaldresten und Uferbereichen der Saale- und Elsteraue der Abendsegler und die Wasserfledermaus zu beobachten.

Die Reste der Winterlinden-Traubeneichen-Buchen-Wälder und Traubeneichen-Hainbuchen-Wälder von Dölauer Heide, Amselgrund oder Klausbergen dienen Mausohr, Großem Abendsegler, Braunes/Graues Langohr, Wasserfledermaus und Zwergfledermaus aus Lebensraum.

In den Bereichen von Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Trockengebüschhabitaten der Streuobsthänge Nietleben, der Trockenhänge Seeben oder der Brandberge sind Braunes/Graues Langohr, Mausohr und Zwergfledermaus zu finden.

Die stadtnahen Siedlungsräume, Türme und Industrieruinen sind Wohn- und Nahrungsraum für Fransenfledermaus, Großer Abendsegler, Mausohr und Wasserfledermaus.

Beim Schutz der einheimischen Fledermausfauna sind die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Halle (Saale) auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen. Besonders bei der Kartierung bekannter Sommer- und Winterquartiere können die Bürger durch ihre Hinweise mithelfen.

Kartengrundlage: OECOCART und CUI mbH im Auftrag der Stadt Halle (Saale), Umweltamt, Maßstab der Originalkarten: 1:50.000, Digitalisierung: Stadt Halle (Saale), Umweltamt


letzte Änderung: 31.07.2013

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