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Luft / Luftreinhalteplan 1994/1995

3.1.6.  I2 - Kenngrößen für Kohlenmonoxid

Grafik

  Kohlenmonoxid (CO) wird bei unvollständig ablaufenden Verbrennungen in Feuerungsanlagen und Motoren aus dem Kohlenstoff des Brennstoffs gebildet. Den größten Anteil an den CO-Emissionen verursacht der Kfz-Verkehr, gefolgt von Haushaltsfeuerungen [UBA, 1991]. CO gehört zu der Gruppe der Stickgase. Es blockiert die Sauerstoffaufnahme des Blutes und führt dadurch zu Sauerstoffmangel. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen und Schwindelgefühl bei niedrigen Konzentrationen bis zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung bei akuter CO-Vergiftung.

Die I2-Werte streuen auf den 1 km²-Flächen zwischen 0,6 mg/m³ in den Randbereichen und 4,3 mg/m³ im halleschen Stadtteil Kröllwitz. Der IW2-Wert der TA Luft wird damit zu maximal 14 % erreicht. Sowohl bei den Jahresmittelwerten als auch bei den durch den I2-Wert dargestellten Spitzenbelastungen kann also von einer niedrigen Belastung durch Kohlenmonoxid gesprochen werden.
Der Halbstunden-MIK-Wert für CO von 50 mg/m³ wurde bei keiner Messung erreicht oder überschritten.

Erläuterung zu den IW1- und IW2-Werten:

Die in der TA Luft (Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz) angegebenen verbindlichen Immissionswerte IW1 und IW2 wurden zur Beurteilung der Immissionen herangezogen. Diese Werte basieren auf einer flächenrepräsentativen Erfassung der Immissionsbelastung, wie sie auch bei den Rastermessungen im UG 9 durchgeführt wurde. Ein Vergleich von Messwerten mit den Immissionswerten IW1 und IW2 der TA Luft ist nur dann zulässig, wenn bei der Ermittlung der Immissionskenngrößen nach den in der TA Luft beschriebenen Verfahren vorgegangen wird. Festgelegt sind beispielsweise Messzeitraum, -häufigkeit und -verfahren sowie Vorschriften für die Bildung von Immissionskenngrößen I1 und I2 aus den ermittelten Messwerten.
Der I1-Wert wird als arithmetisches Mittel über das Messwertkollektiv gebildet und gibt damit die durchschnittliche Schadstoffbelastung an einem Punkt bzw. auf einer Fläche an. Der I2-Wert ist als 98%-Wert der Summenhäufigkeitsverteilung ein Maß für die aufgetretenen Spitzenbelastungen. Er gibt die Kenngröße an, der von 98 % aller Messwerte unterschritten wird.
Bei flächendeckenden Messungen werden die Kenngrößen I1 und I2 jeweils für eine 1 km x 1 km große Beurteilungsfläche errechnet, die von 4 oder in Ausnahmen auch nur von 3 Messpunkten begrenzt ist. Als Grundlage für die Berechnung dienen dabei alle an den 4 bzw. 3 zu der Fläche gehörenden Messpunkten aufgenommenen Messwerte. Bei 26 Messungen gasförmiger Luftschadstoffe pro Punkt in einem Jahr steht für die Fläche ein Messwertkollektiv aus 104 (78) Einzelmessungen zur Verfügung. Bei dem verkleinerten Datenkollektiv der "Dreierflächen" muss beachtet werden, dass die errechneten Kenngrößen mit einer größeren Unsicherheit behaftet sind. Beispielsweise kann der I2-Wert schon dann auffällig hoch sein, wenn nur zwei Einzelmessungen von außergewöhnlichen Immissionsereignissen wie einer Smogwetterlage beeinflusst wurden und entsprechend hohe Werte zeigen.


Quelle: Gesellschaft für Umweltmessungen und Umwelterhebungen (UMEG) im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Sachsen-Anhalt

letzte Änderung: 12.10.2010

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