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Luft / Luftreinhalteplan 1994/1995

3.1.4.  I2 - Kenngrößen für Stickstoffdioxid

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  Stickstoffoxide (NOx) entstehen bei Verbrennungsprozessen zum einen durch die Umwandlung des im Brennstoff enthaltenen Stickstoffes und zum anderen durch die Oxidation des Stickstoffes, der über die Luft der Verbrennung zugeführt wird. Bei diesem Vorgang wird fast ausschließlich Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt, das in der Atmosphäre zu Stickstoffdioxid (NO2) aufoxidiert wird, wobei auch Ozon als Reaktionspartner dient. Akute Vergiftungserscheinungen durch NOx treten erst ab sehr hohen Konzentrationen auf, weswegen Stickstoffoxide in Rauch- und Abgasen lange Zeit als unbedenklich galten. Auf Pflanzen können gasförmige Stickstoffoxide sogar eine düngende Wirkung haben. NO2 kann aber Salpetersäure bilden, die ähnlich der Schwefelsäure eine der wesentlichen Ursachen des "Sauren Regens" darstellt. Stickstoffoxide sind außerdem Ausgangsstoffe für die Bildung von Photooxidantien. Dies sind Schadstoffe, die sich erst unter dem Einfluss von Sonnenenergie aus anderen Stoffen bilden. Ihr bekanntester Vertreter ist das Ozon.

Bei den I2-Werten von NO2 wurden im UG 9 Werte von 31 Mikrogramm/m³ bis 112 Mikrogramm/m³ festgestellt (16 % bis 56 % vom IW2). Wieder treten die vergleichsweise höchsten I2-Werte in den 0,5 km x 0,5 km-Flächen im Stadtzentrum von Halle auf. Auch bei den 1 km2-Beurteilungsflächen sind im Teilmessgebiet Halle im Bereich des Stadtzentrums sowie im nördlichen Teil der Stadt erhöhte NO2-Konzentrationen festzustellen. Bei Osendorf im Teilmessgebiet Halle (Karte 5.1-21) werden I2-Werte bis 95 Mikrogramm/m³ (48% vom IW2) gemessen.

Erläuterung zu den IW1- und IW2-Werten:

Die in der TA Luft (Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz) angegebenen verbindlichen Immissionswerte IW1 und IW2 wurden zur Beurteilung der Immissionen herangezogen. Diese Werte basieren auf einer flächenrepräsentativen Erfassung der Immissionsbelastung, wie sie auch bei den Rastermessungen im UG 9 durchgeführt wurde. Ein Vergleich von Messwerten mit den Immissionswerten IW1 und IW2 der TA Luft ist nur dann zulässig, wenn bei der Ermittlung der Immissionskenngrößen nach den in der TA Luft beschriebenen Verfahren vorgegangen wird. Festgelegt sind beispielsweise Messzeitraum, -häufigkeit und -verfahren sowie Vorschriften für die Bildung von Immissionskenngrößen I1 und I2 aus den ermittelten Messwerten. Der I1-Wert wird als arithmetisches Mittel über das Messwertkollektiv gebildet und gibt damit die durchschnittliche Schadstoffbelastung an einem Punkt bzw. auf einer Fläche an. Der I2-Wert ist als 98%-Wert der Summenhäufigkeitsverteilung ein Maß für die aufgetretenen Spitzenbelastungen. Er gibt die Kenngröße an, der von 98 % aller Messwerte unterschritten wird. Bei flächendeckenden Messungen werden die Kenngrößen I1 und I2 jeweils für eine 1 km x 1 km große Beurteilungsfläche errechnet, die von 4 oder in Ausnahmen auch nur von 3 Messpunkten begrenzt ist. Als Grundlage für die Berechnung dienen dabei alle an den 4 bzw. 3 zu der Fläche gehörenden Messpunkten aufgenommenen Messwerte. Bei 26 Messungen gasförmiger Luftschadstoffe pro Punkt in einem Jahr steht für die Fläche ein Messwertkollektiv aus 104 (78) Einzelmessungen zur Verfügung. Bei dem verkleinerten Datenkollektiv der "Dreierflächen" muss beachtet werden, dass die errechneten Kenngrößen mit einer größeren Unsicherheit behaftet sind. Beispielsweise kann der I2-Wert schon dann auffällig hoch sein, wenn nur zwei Einzelmessungen von außergewöhnlichen Immissionsereignissen wie einer Smogwetterlage beeinflusst wurden und entsprechend hohe Werte zeigen.


Quelle: Gesellschaft für Umweltmessungen und Umwelterhebungen (UMEG) im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Sachsen-Anhalt

letzte Änderung: 12.10.2010

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