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Wasser

1.3.  Trinkwasser

  Der Eingriff des Menschen in den Wasserhaushalt hat sowohl Quantität und Qualität des Wasserdargebotes verändert. Es ist daher eine vordringliche Aufgabe den verfügbaren und nutzbaren Anteil des Wasserhaushaltes zu erhalten und auszubauen.

Die Stadt Halle hat laut Wassergesetz des Landes Sachsen-Anhalt als Gemeinde die Pflicht, die Bevölkerung und die gewerblichen und sonstigen Einrichtungen ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen. Sie kann sich zur Erfüllung dieser Pflicht Dritter bedienen. In der Stadt Halle wurde diese Aufgabe an die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH übertragen.

Klimatisch gesehen gehört das hallesche Gebiet zum östlichen Rand der mitteldeutschen Trockenlandschaft im Regenschatten des Harzes. Im 50-jährigen Mittel beträgt die jährliche Niederschlagsmenge nur 481 mm, der bundesdeutsche Durchschnitt beträgt 762 mm. Das Wasserdargebot in der Saalestadt ist durch das niederschlagsarme Binnenklima im Windschatten der Mittelgebirge geprägt.

In Halle sind alle Bürger an die zentrale Trinkwasserversorgung angeschlossen. Das hallesche Trinkwasser stammt aus Fernwasser aus dem Ostharz und der Elbaue, vorrangig aus dem Ostharz. Das Trinkwassernetz hat eine Länge von 1350 km.

Das hallesche Trinkwasser entspricht in allen Parametern der bundesdeutschen Trinkwasserverordnung. Es gibt keine Grenzwertüberschreitung. Das zugelassene Trinkwasserlabor des Wasserwerkes Halle-Beesen und der Fachbereich Gesundheit der Stadt überwachen laufend die Qualität des Trinkwassers.

Ein Rückblick:

Bis vor wenigen Jahren war das hallesche Trinkwasser ein Mischwasser aus Fernwasser und Wasser aus dem Wasserwerk Beesen. Durch das vergleichsweise geringe Wasserdargebot und die immer noch vorhandene kritische Gewässerbelastung wurden an die Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk Halle-Beesen höchste Anforderungen gestellt. Der komplizierte Reinigungsmechanismus kann wie folgt kurz dargestellt werden.

Am Pumpwerk Meuschau oberhalb von Schkopau wurde Wasser aus der Saale entnommen. Mit Hilfe eines Flockungsmittels wurden organische Stoffe und Schwebeteilchen gebunden und abgesetzt. Danach wurde das Wasser über Kaskaden, mit deren Hilfe Sauerstoff angereichert wurde, in Infiltrationsbecken über die Bodenschicht in den natürlichen Grundwasserleiter versickert. Die Reinigungsleistung des Sandfilters und der nachfolgenden Bodenpassage war hoch. Der Weg des Wassers während der Bodenpassage bis in die Rohwasserbrunnen dauerte etwa drei Wochen. In fast 400 Brunnen wurde das Rohwasser gesammelt und in Sammelbrunnen geleitet. Da die Anreicherung des Grundwassers im gesamten Auegebiet erfolgte und die Brunnen weitläufig verteilt waren, war und ist eine verhältnismäßig große Trinkwasserschutzzone für die Wassergewinnung erforderlich.

Die Feinaufbereitung des Wassers begann mit einer starken Belüftung des Wassers mit Sauerstoff. Das war die Voraussetzung für die biologische Nitrifikation, Enteisenung und Entmanganung in den Mehrschichtfiltern. Die Mehrschichtfilter waren mit Blähton und Filterkies gefüllt und entziehen dem Wasser Stickstoff, Eisen und Mangan. Noch im Wasser enthaltene Keime wurden durch eine Begasung mit Ozon vernichtet.

In einem Tiefbehälter wurde das Wasser zwischengespeichert. Die Pumpen des Zwischenpumpwerkes drückten das Wasser durch die Aktivkohlefilter, in denen sich der Anteil an organischen Stoffen verringert und Geruch und Geschmack des Wassers verbessert wurden. Im Hauptpumpwerk auf der Silberhöhe wurde das Wasser aus dem Halleschen Wasserwerk mit dem Fernwasser aus dem Ostharz bzw. aus der Elbaue gemischt und danach gechlort. Die sogenannte Sicherheitschlorung war notwendig, weil ansonsten die Gefahr der Wiederverkeimung bestand.

Das Mischungsverhältnis von Wasser aus dem Wasserwerk Halle-Beesen und dem Fernwasser wurde zunächst 1995 zugunsten von Beesener Wasser etwas geändert. Im Jahr 2002 wurde das Mischungsverhältnis erneut geändert. Es überwog nun das Fernwasser, so dass der Härtebereich 2 (mittel) erreicht wurde (vorher 4, hart).

Seit einigen Jahren stammt das hallesche Trinkwasser vorwiegend aus der Ostharzleitung, aus der Rappbodetalsperre. Die Gesamthärte beträgt 5 Grad deutscher Härte (0,89 mmol/l Calciumcarbonat); Härtebereich weich. Die technologisch bedingte Einspeisung von Fernwasser aus dem Elbaue-Südring (Wasserwerk Torgau) hat für die Stadt Halle in der regulären Trinkwasserversorgung keine Bedeutung.


letzte Änderung: 15.11.2016

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