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Wasser

1.2.  Hochwasser

  Seit Urzeiten kommt es vor allem entlang von Fließgewässern in regelmäßigen Abständen zu einem Naturereignis, das der Mensch meist nur mit einem bangen Blick verfolgen kann. Die Rede ist vom Hochwasser, einem zeitlich begrenzten Anschwellen des Wasserabflusses über das den örtlichen Gegebenheiten und dem statistischen Mittel hinausreichende Maß. Die Ursachen für solche Hochwasserereignisse sind vielgestaltiger Art. Zwar sind sie meistens natürlichen Ursprungs, wurden aber in den letzten Jahrzehnten durch unbedachte Eingriffe des Menschen in die Natur immer stärker beeinflusst. Hierbei ist vor allem die großflächige Versiegelung der Landschaft durch den Neubau von Verkehrstrassen, Industrieanlagen oder Wohnsiedlungen sowie die Beseitigung von natürlichen Überschwemmungsflächen zu nennen. Diese Maßnahmen tragen entscheidend zu einem verstärkten Abfluss von Niederschlagswasser bei.

Im Rahmen des natürlichen Wasserkreislaufes sind Perioden mit lang anhaltenden Niederschlägen nichts Ungewöhnliches. Aber auch kurzzeitige Niederschläge mit extremen Wassermengen treten immer mal wieder auf. Dann hängt es davon ab, in welchen Mengen der Boden als riesiger Wasserspeicher den Niederschlagsüberschuss aufnehmen kann. Nach langer Trockenheit ist der Boden beispielsweise aufgrund der vorherrschenden Struktur kaum in der Lage, die Wassermengen eines Starkregens aufzunehmen. Das Wasser kann kaum in den Boden eindringen und fließt oberirdisch ab. Ähnliches passiert, wenn der Boden nach tagelangem Dauerregen bereits so mit Wasser vollgesogen ist, dass sein natürliches Puffervermögen eine weitere Aufnahme von Wasser unmöglich macht.

Besonders kritisch wird es, wenn nach einer längeren Frostperiode der Boden noch tief gefroren ist und plötzlich große Schneemengen zu schmelzen beginnen. Das Wasser kann nicht versickern und fließt immer schneller in breiten Rinnsalen zu Tale. Bäche und Flüsse schwellen rasant an und treten schließlich über ihre Ufer.

Gefährlich wird es allerdings, wenn kaum noch natürliche Überflutungsflächen vorhanden sind, da die Fließgewässer von Menschenhand begradigt und eingedeicht wurden. Die Wassermassen werden in einen vorgegebenen engen Abflussquerschnitt gezwungen. Dadurch wiederum erhöht sich deren Abflussgeschwindigkeit. Entlang des Wasserlaufes breitet sich die sogenannte Hochwasserwelle aus. Die maximale Wasserhöhe beim Durchgang dieser Welle wird als Hochwasserscheitel bezeichnet.

Zu katastrophalen Folgen kann es schließlich kommen, wenn die Hochwasserwellen aus verschiedenen Fließgewässern in einem Gebiet zeitlich aufeinander treffen.

Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um das Auftreten von Hochwasser mit all seinen negativen Erscheinungen einzuschränken. Die Schaffung naturnaher, ökologisch intakter Fließgewässer mit weiträumigen Überschwemmungsflächen ist als erstrebenswertes Ziel ökonomisch nur schwer zu verwirklichen. So konzentriert sich der Blick auf den Bau und die Unterhaltung von Hochwasserschutzanlagen. Zu ihnen gehören ein gut aufeinander abgestimmtes System aus Talsperren und anderen Rückhaltebecken, Hochwasserumleitungs- und -entlastungskanälen sowie Deichanlagen.

Durch ihre Lage am Ufer der Saale und im Mündungsgebiet der Weißen Elster wird die Stadt Halle in regelmäßigen Abständen mit der Hochwasserproblematik konfrontiert. In den zurückliegenden Jahren kam es im April 1994, im Januar 2003, im September 2010 und im Juni 2013 zu kritischen Hochwasserereignissen mit größeren Überschwemmungen und Sachschäden.

Im Zuge von Hochwasserereignissen sind Informationen zu Pegelständen und daraus abgeleiteten weiteren Vorhersagen nicht nur für unmittelbar Betroffene von großer Bedeutung. Interessenten erhalten diese Informationen für das Land Sachsen-Anhalt im Internet beim


weitere Informationen: www.lhw.sachsen-anhalt.de/

letzte Änderung: 6.11.2016

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