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Wasser

1.1.  Gewässer im Stadtgebiet

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  Zu den Gewässern gehören entsprechend der Regelungen des Paragraphen 1 des Wasserhaushaltsgesetzes oberirdische Gewässer, Küstengewässer und das Grundwasser. Für die nachfolgenden Ausführungen sind aber nur die oberirdischen Gewässer von besonderem Interesse. Als oberirdisches Gewässer wird das ständig oder zeitweilig in Betten fließende, stehende oder aus Quellen wild abfließende Wasser bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise Bäche, Flüsse, Teiche oder Seen. Jedes oberirdische Gewässer prägt das Landschaftsbild und unterliegt in der intensiv genutzten Kulturlandschaft einer starken Beanspruchung. Besonders in städtischen Ballungszentren kommt es häufig zu Beeinträchtigungen, die nicht selten zu Gefährdungen der Gewässer führen und damit negative Auswirkungen auf die mit ihnen in Beziehung stehende Fauna und Flora haben.

Bei den oberirdischen Gewässern wird zwischen stehenden und fließenden Gewässern unterschieden, die beide im halleschen Stadtgebiet anzutreffen sind.
In der Grafik werden die Gewässer in verschiedene Gruppen eingeteilt. So liegt die Bewirtschaftung und Pflege der Gewässer 1. Ordnung im Zuständigkeitsbereich des Landes Sachsen-Anhalt. Die Gewässer 2. Ordnung sind die Gräben, die im Auftrag der Stadt von den Unterhaltungsverbänden gepflegt werden. Zu den nichtstädtischen Gewässern und technischen Anlagen gehören vorwiegend Regenrückhaltebecken, die von den Eigentümern selbst unterhalten werden.

Vor dem genaueren Blick auf die Gewässer der Saalestadt soll noch kurz die Tatsache erwähnt werden, dass die Stadt Halle (Saale) aufgrund ihrer geografischen Lage im Regenschatten des Harzes mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagshöhe von weniger als 500 Millimetern hydrologisch zu den trockensten Städten Deutschlands gehört.


Fließgewässer

Die bekanntesten Fließgewässer in der Saalestadt sind die Saale, die Weiße Elster und die Reide. Sie haben alle den Status eines Gewässers erster Ordnung.

Das mit Abstand bedeutendste hallesche Fließgewässer ist die Saale. Der Fluss prägt nicht nur entscheidend das Stadtbild, sondern hat auch maßgeblich die Entwicklung der Saalestadt beeinflusst. Die Saale hat bereits einen 319 Kilometer langen Lauf von ihrer Quelle im Fichtelgebirge hinter sich, wenn sie im Süden bei Planena die Stadtgrenze erreicht. Der Fluss ist hier in eine zirka zwei Kilometer breite Flussaue gebettet, die sich im weiteren Verlauf auf nur noch einen Kilometer verengt. Zwischen den Porphyrkuppen des Ochsenberges, Donnersberges und den Klausbergen muss sich die Saale schließlich durch ein nur noch 200 Meter breites Tal zwängen, bevor sie ein Stück weiter im Nordwesten von Halle bei Brachwitz nach rund 25 Kilometern Länge die Saalstadt verlässt. Bis zur Mündung in die Elbe bei Barby sind es dann noch knapp 83 Kilometer.

Nahe dem Stadtteil Beesen mündet die Weiße Elster nach einem 257 Kilometer langen Lauf von der Quelle im Elstergebirge in Tschechien von Osten kommend in die Saale. Die sich im Mündungsbereich befindliche Saale-Elster-Aue ist ein wichtiges Trinkwasserschutzgebiet und hatte besonders im 20. Jahrhundert große Bedeutung für die städtische Wasserversorgung.

Im östlichen Bereich der Saalestadt prägt die Reide das Landschaftsbild. Ursprünglich wurde die 14,7 Kilometer lange Reide im 12. Jahrhundert von flämischen Einwanderern als Entwässerungsgraben eines größeren Sumpfgebietes angelegt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich daraus ein naturnahes Gewässer, das südlich von Osendorf in die Weiße Elster mündet. Die Reide wurde bis Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts stark durch kommunale Abwässer, Grundwasserabsenkung und intensive Landwirtschaft beeinträchtigt. Durch eingeleitete Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen in der Reideniederung hat sich der Gewässerzustand inzwischen spürbar verbessert.

Neben diesen drei bedeutsameren Fließgewässern gibt es noch einige kleinere wie die Götsche im Norden der Stadt, die Kabelske im Osten, die Steinlache, Gerwische, Stilles Wasser im Süden und eine Reihe von künstlichen Gräben, die hier aber nicht näher beschrieben werden.


Standgewässer

Alle stehenden Gewässer im Stadtgebiet von Halle (Saale) sind nicht natürlichen Ursprungs. Sie haben sich erst durch die bergbaulichen Aktivitäten des Menschen in den letzten 150 Jahren herausgebildet. Durch erdgeschichtliche Prozesse waren im Untergrund von Halle (Saale) in Millionen von Jahren Lagerstätten für eine Reihe von Bodenschätzen und Baustoffen entstanden, wie beispielsweise Braunkohle, Steinkohle, Sand, Kies, Kaolin und Salz. Der Abbau dieser Materialien hinterließ in der Landschaft mehr oder weniger große Restlöcher. Diese füllten sich nach und nach mit ansteigendem Grundwasser beziehungsweise Niederschlagswasser. Diesen Wasserflächen kommt zunehmend eine unverzichtbare Rolle für das Stadtklima, für die Naherholung und als Rückzugsgebiet für eine Reihe verschiedener Pflanzen- und Tierarten zu.


Hufeisensee

Mit einer Wasserfläche von gut 700.000 Quadratmetern und einem Fassungsvermögen von 6,6 Millionen Kubikmetern ist der Hufeisensee das größte stehende Gewässer im Stadtgebiet. Seinen Ursprung verdankt der See einem hier bis 1942 betriebenen Braunkohletagebau. Nach dem Ende der Förderung bildete sich durch den natürlichen Grundwasseranstieg eine Wasserfläche heraus, die aufgrund ihrer Hufeisenform dem See seinen Namen gab. Die mittlere Wassertiefe des Sees beträgt neun Meter, wobei der Seegrund an der tiefsten Stelle bei immerhin 29,5 Metern liegt. Durch die besondere geologische Schichtung im Untergrund wird ein überdurchschnittlich hoher Salzgehalt im Seewasser verursacht.

Aufgrund der bergbaulichen Vorgeschichte ist es erforderlich, den Wasserstand des Hufeisensees konstant zu halten. Da der See jedoch keinen natürlichen Ablauf besitzt, wurde im Jahr 1997 ein künstlicher Überlaufgraben zur Reide gebaut. Vor allem bei Wassersportlern ist der Hufeisensee inzwischen weit über die Grenzen der Stadt bekannt. Auf der im südlichen Teil des Sees seit vielen Jahren befindlichen Wasserskianlage wurden bereits zahlreiche nationale und internationale Wettkämpfe ausgetragen.


Kreuzer Teiche

In unmittelbarer Nähe des ehemaligen Landesgestüts Kreuz befinden sich die drei künstlich geschaffenen, miteinander verbundenen und terrassenförmig angeordneten Kreuzer Teiche. Sie dienten einst der Tierschwemme des benachbarten Gestütes. Ihren Wasserzulauf erhalten die Teiche über ein Quellhäuschen am oberen Kreuzer Teich. Dieser ist mit einer Wasserfläche von 350 Quadratmetern der kleinste Teich. Der mittlere Kreuzer Teich nimmt immerhin eine Fläche von 550 Quadratmetern ein. Mit gut 3000 Quadratmetern hat der untere Kreuzer Teich die mit Abstand größte Wasserfläche.

Die geringe Wassertiefe von einem bis anderthalb Metern sowie der hohe organische Nährstoffeintrag vom angrenzenden Baumbestand wirken sich negativ auf die Wasserqualität aus. Dessen ungeachtet sind die Kreuzer Teiche ein wichtiges Laichgewässer für Kröten, Frösche und Molche im halleschen Stadtgebiet. Aus diesem Grund sind sie naturschutzrechtlich als Teil des geschützten Landschaftsbestandteils (GLB) „Amselgrund und Kreuzer Teiche“ unter besonderen Schutz gestellt.


Kiesgrube Kröllwitz

Ein plötzlicher Wasserdurchbruch der nahe gelegenen Saale in die nördlich des Stadtteils Kröllwitz betriebene Kiesgrube beendete im Jahr 1973 abrupt die Abbautätigkeit. Das Grubengelände füllte sich rasch mit Wasser, wodurch das heute 35.000 Quadratmeter große und bis zu maximal drei Meter tiefe Gewässer entstand. Da das eindringende Wasser der Saale in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts bereits einen hohen Verschmutzungsgrad aufwies, war die Wasserqualität des neu entstandenen Gewässers zuerst nicht besonders gut. Über die Jahre hat sich durch natürliche Prozesse der Gewässerzustand akzeptabel entwickelt. Dafür spricht sicher auch die Tatsache, dass die Kiesgrube Kröllwitz aufgrund ihres guten Fischbestandes inzwischen ein beliebtes Angelgewässer ist.


Steinbruchsee Neustadt

In den Jahren von 1911 bis 1973 wurde auf dem Gelände des heutigen Steinbruchsees Kalkstein für das Zementwerk Nietleben gefördert. Der Kalksteinabbau verlieh dem See eine besondere Charakteristik. An der Nord-, Ost- und Südseite des Gewässers ragten ursprünglich bis zu 10,50 Meter hohe Felswände teilweise senkrecht aus dem Wasser auf.

Das Wasser des Steinbruchsees stammt hauptsächlich vom reichlichen Grundwasserzufluss aus dem klüftigen Muschelkalk in der Umgebung des Gewässers. Da der See jedoch über keinen natürlichen Ablauf verfügt, erfolgte bis zum Jahr 1994 eine künstliche Wasserhaltung mittels Pumpenanlage. Nach dem Abschalten der Pumpen stieg der Wasserspiegel jeden Tag bis zu drei Zentimeter pro Tag an. Dadurch wurde bald die flache westliche Uferzone überschwemmt, wodurch die dort befindliche Vegetation im Wasser versank. Die absterbende organische Substanz wirkte sich vorübergehend negativ auf die Wasserqualität des Sees aus. Problematischer entwickelte sich die Situation an den steilen Felswänden. Aufgrund der porösen Materialstruktur erhöhte sich im Laufe der Jahre das Risikos des Abbruchs größerer Teile. Im Rahmen der Gefahrenabwehr veranlasste das Umweltamt deshalb im Jahr 2005 Maßnahmen zur Abflachung des Steilufers. Damit erhielt der Steinbruchsee ein völlig neues Erscheinungsbild.


Heidesee

Der 740 Meter lange, 270 Meter breite und bis zu 13 Meter tiefe See entwickelte sich durch angesammeltes Niederschlagswasser und den Grundwasseranstieg im ehemaligen Braunkohletagebau des Neuglücker Vereins. Zwischen 1826 und 1931 wurde dort im Tagebau eine feste, grob bis teilweise feinstückige Knorpelkohle mit einem Teergehalt von 16 bis 17 Prozent gefördert.
Der Wasserstand des Heidesees ist stark niederschlagsabhängig. Die Sichttiefe beträgt maximal drei Meter. Während der Wintermonate schimmert das Wasser meist blaugrün, im Spätsommer ist es oft ockerbraun gefärbt. Problematisch für die Wasserqualität ist die Tatsache, dass auch dieses Gewässer keinen natürlichen Zu- und Abfluss hat. Deshalb ist es wie bei vielen Gewässern im Stadtgebiet erforderlich, den Wasserstand mittels Pumpen auf gleichem Niveau zu halten.

Im Januar 2002 begann die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft (LMBV) als Rechtsnachfolger der früheren Bergbaubetreiber mit umfangreichen technischen Sanierungsarbeiten. Diese Maßnahmen waren erforderlich, da bei Untersuchungen festgestellt wurde, dass Teilbereiche der Uferböschung abzurutschen drohten. In der Nordost-Bucht des Heidesees trug man deshalb größere Mengen des rutschungsgefährdeten Bodens ab. Des weiteren wurde entlang des Südost-Ufers eine Dammstütze aus großen Steinen aufgeschüttet und teilweise mit Mutterboden abgedeckt. Nach dem Abschluss der Arbeiten wurden die sanierten Flächen mit Rasen, Sträuchern und Bäumen wieder begrünt.


Großer und Kleiner Posthornteich (Mötzlicher Teiche)

Die Posthornteiche sind die größte Wasserfläche im Norden der Stadt und noch relativ jungen Datums. Bis zum Jahr 1961 wurde im Revier Frohe Zukunft Braunkohle im Tiefbau abgebaut. Durch den teilweisen Einsturz des unterirdischen Stollensystems entstanden mehrere Senken, die sich mit dem hoch anstehenden Grundwasser füllten. Dieser Prozess beschleunigte sich, nachdem die für die Kohleförderung erforderliche Absenkung des Grundwasserspiegels eingestellt wurde. So entstanden der Große Posthornteich mit einer Wasserfläche von zirka 200.000 Quadratmetern und der Kleine Posthornteich mit einer Wasserfläche von gut 50.000 Quadratmetern. Beide Gewässer sind mit einer maximalen Wassertiefe von zwei Metern allerdings außergewöhnlich flach. Damit lässt sich der nur mäßige Zustand der Wasserqualität erklären.

Erfreulicherweise entwickelten sich in den letzten Jahren um die Posthornteiche große Röhrichtbestände, Verlandungszonen und Nasswiesen, die einer Vielzahl von heimischen Tier- und Pflanzenarten gute Lebensbedingungen bieten.


Kirchteich

Im Süden des Wohngebietes Neustadt liegt ein 950 Meter langer ehemaliger Altwasserarm der Saale. Aufgrund seiner Lage an der Passendorfer Kirche ist das Gewässer im Volksmund unter dem Namen Kirchteich bekannt. Der bis zu 25 Meter breite und gut zwei Meter tiefe Kirchteich wird teilweise vom Wasser des Rossgrabens durchströmt. Dieser bildet somit einen natürlichen Zu- und Ablauf für den Kirchteich. Darüber hinaus wird überschüssiges Wasser aus der künstlichen Wasserhaltung für den Stadtteil Halle-Neustadt sowie das dort anfallende Niederschlagswasser in den Teich eingeleitet. Vor allem der hohe Schwebstoffanteil des eingeleiteten Regenwassers führte im Laufe der Jahrzehnte zu einer starken Verschlammung des Gewässers. Mit einem aufwendigen Verfahren wurden 1999 zirka 7000 Kubikmeter Schlamm entfernt, wodurch sich die Wasserqualität nachhaltig verbesserte.

Der Kirchteich ist heute ein wichtiger Bestandteil des Naherholungsgebietes Südpark, das gern von den Bewohnern der nahen Neustadt besucht wird.


Angersdorfer Teiche

Zwischen Halle-Neustadt und Angersdorf befanden sich Anfang des 20. Jahrhunderts drei Tongruben, die bis 1925/1926 in Betrieb waren. Nachdem die Tongruben geschlossen wurden, bildeten sich durch ansteigendes Grundwasser und nicht versickernde Niederschläge zwei Wasserflächen. Durch die Nähe zum Ort Angersdorf gab ihnen der Volksmund den Namen Angersdorfer Teiche.
Aus Sicht des Naturschutzes hat der bis zu sechs Meter tiefe und 25.000 Quadratmeter umfassende Kleine Angersdorfer Teich eine größere Bedeutung. Der dichte Röhrichtbestand um das Gewässer bietet vielen Wasservögeln und Röhrichtbrütern ideale Lebensbedingungen. Daher wurde der Kleine Angersdorfer Teich bereits im Jahr 1979 als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
Der westlich angrenzende Große Angersdorfer Teich ist mit einer Fläche von 55.000 Quadratmetern reichlich doppelt so groß, aber ebenfalls nur bis zu sechs Meter tief. Das Wasser des Sees ist sehr salzhaltig, was vermutlich auf einen unterirdischen Solezufluss zurückzuführen ist.
Ein Teil des Großen Angersdorfer Teiches wird heute als Naturfreibad genutzt.


Teich am Granauer Berg (Friedhofsteich)

Im äußersten Westen der Saalestadt liegt ein gut 53.000 Quadratmeter großes Gewässer, das unter dem Namen Friedhofsteich oder Teich am Granauer Berg bekannt ist. Diese Bezeichnungen erhielt der Teich einerseits vom nördlich angrenzenden Gelände des Friedhofes Halle-Neustadt beziehungsweise von dem früher in der Nähe befindlichen Ort Granau.

Den Ursprung des Gewässers bildet das Restloch des ehemaligen Braunkohletagebaus Alt Zscherben, das sich mit Grund- und Niederschlagswasser füllte. Heute beträgt die mittlere Wassertiefe des Friedhofsteiches rund 20 Meter. Im Laufe der Jahrzehnte sind im Gebiet um das Gewässer eine ganze Reihe teilweise seltene Tier- und Pflanzenarten heimisch geworden. Deshalb wurde der Bereich bereits 1979 als Flächennaturdenkmal unter besonderen Schutz gestellt.


Osendorfer See

Zwischen Osendorf und Bruckdorf ist das flächenmäßig zweitgrößte Standgewässer der Saalestadt zu finden. Der Osendorfer See kommt immerhin auf eine Fläche von 220.000 Quadratmetern. Die Wassertiefe liegt bei zirka 25 Metern. Entstanden ist der See aus einem Restloch des ehemaligen Braunkohleabbaugebietes „Von der Heydt“, das sich nach dem Einstellen der Abbautätigkeit im Jahr 1945 mit Grundwasser füllte.

Ab 1954 wurden die Hänge um das damals noch Osendorfer Schachtteich genannte Gewässer mit schnell wachsenden Gehölzen bepflanzt. Es folgten zwischen 1962 und 1969 weitere Rekultivierungsmaßnahmen. Dazu gehörte auch die Verbreiterung der Wasserfläche, um die Trainingsbedingungen für den hier ansässigen Halleschen Kanu-Club 54 e.V. zu verbessern und eine den internationalen Maßstäben entsprechende Wettkampfanlage zu schaffen.
Zur Sicherung der Uferböschungen vor möglichen Abrutschungen wurde bis in die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine künstliche Wasserhaltung betrieben.



Bruchsee Neustadt (Graebsee)

Etwas versteckt zwischen dem Stadtteilzentrum Halle-Neustadt und den ersten Häusern von Nietleben liegt das rund 20.000 Quadratmeter umfassende Gewässer des Bruchsees. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1921 baute man an dieser Stelle mergeligen Wellenkalk ab, der sich hervorragend für die Zementherstellung eignete. Nach der Beendigung des Abbaus blieb ein achtzehn Meter tiefes Loch zurück. Später nutzte die Firma Ernst Graeb und Söhne das Gelände als Holzlagerplatz für ihr benachbartes Furnier- und Sägewerk. Durch einen ungewollten Wassereinbruch im Zusammenhang mit der Wässerung von Hölzern wurde die Abbaugrube im Jahr 1940 geflutet. Durch natürlichen Niederschlags- und Grundwasserzulauf entstand der bis zu 11 Meter tiefe See. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es hier eine beliebte Badeanstalt.

Im Jahr 1979 wurdender westliche Bereich des Bruchsees mit seinen Steilwänden aus Muschelkalk als Flächennaturdenkmal unter besonderen Schutz gestellt. Heute spielt der Bruchsee im Zusammenhang mit der Grundwasserhaltung für Halle-Neustadt eine wichtige Rolle. Dafür wurden im Jahr 2006 eine neue Pumpstation und eine Überlaufleitung zum nahe gelegenen Saugraben errichtet.


Weitere größere Gewässer im Stadtgebiet von Halle (Saale) sind die Kiesgruben Saaleaue (Alter und neuer Kanal), die Teiche in Dölau, die Teiche bei Seeben, die Teiche bei Planena und die Teiche an der Dieselstraße, die ihre Existenz ebenfalls dem Abbau von verschiedenen Bodenschätzen verdanken.



letzte Änderung: 6.11.2016

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